Da der digitale Bereich die Welt im Sturm erobert, stellen sich viele L&D-Führungskräfte und Lernende nun genau diese Frage – kann digitales Lernen Präsenzschulungen (Face-to-Face) ersetzen?
 
Face-to-Face ist die traditionelle Unterrichtsform, bei der Lernende und Trainer zeitgleich an einer persönlichen Lerneinheit teilnehmen. Digital ist eine technisch unterstützte Lernstrategie, die Online-Lernwerkzeuge effektiv einsetzt.

Wesentliche Unterschiede

1. MENSCHLICHE BEZIEHUNG

F2F: Präsenzunterricht kann eine dynamische Beziehung zwischen Trainer und Lernenden herstellen
Digital: Digitales Lernen verbessert die menschliche Interaktion durch kollaborative Tools

2. FLEXIBILITÄT

F2F: Das Lerntempo wird vom Trainer bestimmt und dies meist über mehrere Stunden hinweg
Digital: Mehr teilnehmerorientiert, da die Lernenden die Freiheit haben, das Tempo selbst zu kontrollieren

3.VERFÜGBARKEIT

F2F: Die Lernenden und die Trainer müssen sich zur gleichen Zeit am gleichen Ort befinden, um den Unterricht zu beginnen
Digital: Lernen kann überall, jederzeit und auf jedem Gerät erfolgen

4. INHALTE

F2F: Lerninhalte sind nicht abrufbar und hängen in erster Linie vom Bedarf der Gruppe ab
Digital: Ermöglicht den Lernenden einen einfachen Zugriff auf das Thema, die Ressource oder das Tool, das für ihre Bedürfnisse und Ziele am besten geeignet ist

5. GESCHWINDIGKEIT UND EFFEKTIVITÄT

F2F: Die Retention rates sind mit nur 8% bis 10% sehr niedrig, da die Materialien für den Präsenzunterricht länger in ihrer Form und viel zeitaufwändiger sind
Digital: Es wird weniger Zeit benötigt, um den gleichen Stoff zu lernen, da eLearning die Wissensspeicherung um 25-60 % erhöht

6. PERSONALISIERTE ANLEITUNG

F2F: F2F bietet zwar auch individuelle Beratung, ist aber auf Sitzungen vor Ort beschränkt
Digital: Ermöglicht mehr Interaktion und Feedback zwischen Trainer und Lernenden

7. BUDGET

F2F: Es entstehen höhere Kosten, da das Budget für den Veranstaltungsort und die physischen Lernmaterialien ausgegeben wird
Digital: Bietet eine Menge Einsparungen, da die Gemeinkosten reduziert werden

8. GRÖßERE REICHWEITE

F2F: Begrenzt auf reale Standorte und anfällig für Unregelmäßigkeiten in einem globalen Unternehmen
Digital: Ermöglicht die Zentralisierung des Lernens im gesamten Unternehmen

9. VERWALTUNG UND REPORTING

F2F: Schwierig zu verwalten, da der Großteil der administrativen Arbeit manuell erledigt werden muss
Digital: Eine wirklich standardisierte Lösung, die es Managern leicht macht, On-Demand-Berichte einzusehen und die Nutzung und den Fortschritt zu verfolgen

Unser Fazit: Lernende wollen digital!

Digitales Lernen ermöglicht es, personalisiertes, relevantes Lernen für Mitarbeiter*innen zugänglich zu machen, wann und wo immer sie es brauchen. Mehr noch: Die Entwicklung einer nachhaltigen Strategie für digitales Lernen ist ein großer Geschäftsvorteil für die Zukunft!
 
82% der globalen Unternehmen planen, mehr digitale Lernangebote bereitzustellen
5% der L&D-Verantwortlichen glauben, dass die Lernstrategie, die Investitionen und das Resourcing wieder auf den alten Stand zurückkehren werden
0% der Unternehmen (Stand Juni 2020) planen in den nächsten 12 Monaten, mehr Präsenzunterrichte durchzuführen
 

Quellen: eLearning Industry, Elucidat, Fosway, Brandon Hall Group, Research Institute of America

Face-to-Face vs. Digital – ein Vergleich