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2019 haben wir ein enormes Wachstum an Lerntechnologien am Arbeitsplatz erlebt. Einige Trends, denen Schulungsleiter zu folgen versuchten, sind selbstgesteuertes Lernen, mobiles Lernen und Mikrolernen. Einige davon haben sich als hilfreich erwiesen, um das Engagement der Lernenden und die allgemeine Produktivität am Arbeitsplatz zu steigern.

Im Jahr 2020 stehen die L&D- und HR-Fachleute jedoch erneut vor der Aufgabe, ihre Strategien zu verbessern, um mit den wachsenden Trends in der Weiterbildung Schritt zu halten. Wir sind uns einig: Lernen am Arbeitsplatz gehört heute zu den unverzichtbaren Faktoren in globalen Organisationen. Und mit Sicherheit wird es auch in Zukunft Herausforderungen geben. Ein gutes Beispiel dafür ist die Aufgabe der Unternehmen, ihren internen Kandidatenpool zu vergrößern, was mittlerweile zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil geworden ist.

Manchmal neigen wir dazu, uns in all diesen neuen Entwicklungen zu verlieren. Für das Jahr 2020 geben wir Ihnen deshalb die wichtigsten Trends in der betrieblichen Weiterbildung, auf die Sie achten müssen:

1. Zunehmender Fokus auf die Ausbildung von Soft Skills

Mit dem Aufstieg von KI und Automatisierung im Jahr 2020 haben Unternehmen die Aufgabe, das volle menschliche Potenzial ihrer Mitarbeiter auszuschöpfen. Während computergesteuerte Systeme mit eher alltäglichen Aufgaben beauftragt werden, befassen sich Unternehmen nun damit, wie spezielle “menschliche” Fähigkeiten wie Kreativität, Kommunikation und Innovation maximiert werden können.

Wie kann dieses Problem in der heutigen globalen und multikulturellen Arbeitsumgebung angegangen werden? Zum Beispiel indem man den Lernenden die notwendige Schulung von Soft Skills anbietet, alles angepasst auf die Bedürfnisse und Ziele der Mitarbeiter und des Unternehmens. Es wird eine Herausforderung für Schulungsleiter sein, relevante Weiterbildungsprogramme zu entwickeln, um die Soft Skills ihrer Mitarbeiter zu verbessern.

Dabei ist es wichtig, zunächst einen Blick auf die im Jahr 2020 am stärksten geforderten Soft Skills zu werfen – Wachstumsdenken, Kreativität, Innovation, Kommunikationsfähigkeit und Storytelling, um nur einige zu nennen. Denken Sie daran, dass Soft Skills nicht einfach in einem einzigen Anlauf erworben werden. Die Lernenden müssen verschiedene Trainingseinheiten für Soft Skills absolvieren und in der Lage sein, diese durch kontinuierliche Lernerfahrungen auch anzuwenden.

Lernen ist ein kontinuierlicher Prozess. Und im Gegensatz zu technischen Fertigkeiten erfordern Soft Skills mehr praktisches Training und die Anwendung am Arbeitsplatz, bevor Sie ihre Effektivität überhaupt erst feststellen können.

2. Anstieg von “User Generated Content” (UGC)

Beim Lernen am Arbeitsplatz bezieht sich der Begriff “User Generated Content” (UGC) auf die Verbreitung von Informationen und Wissen über ein bestimmtes Thema an einen Kollegen oder Peer. Zu den üblichen Formen von UGC beim Lernen gehören laut Docebo Experten-Diskussionen, kurze Videos, Blogs oder schriftliche Analysen.

Die Mehrheit der Millennials und Gen Z-er schätzt bei Schulungskursen die Zusammenarbeit mit Ausbildern und anderen Lernenden im Rahmen von Gruppendiskussionen. Dies zeigt, wie aufgeschlossen die Lernenden gegenüber UGC beim Lernen sind. Normalerweise wird UGC bei informellen Gesprächen und weniger professionellen Situationen durchgeführt. Dies dient als ergänzende Diskussion oder Bereicherung des Themas nach der formalen Übung.

Weiterbildung mit Laptop am Arbeitsplatz

Ein großer Vorteil von UGC besteht darin, dass die Lernenden die Möglichkeit haben, die Verantwortung für ihr eigenes Lernen zu übernehmen. Sie können verdauliche Inhalte über ein Thema auf der Grundlage des Gelernten selbst erstellen. Ein Lernender kann somit beispielsweise einen Blog-Eintrag über seine Erkenntnisse zu effektiven Tipps für Kundengespräche schreiben. Fortschrittliche Technologien und natürlich das Internet erleichtern dies.

Das bedeutet, dass Sie UGC nutzen können, um das Engagement und die Motivation Ihrer Mitarbeiter zu fördern. Durch die Möglichkeit, dass ihre Lernenden selbst zu dem ständig wachsenden Bestand an Lerninhalten beitragen, können sie auch ihre eigenen Lernerfahrungen teilen und vermitteln. Stellen Sie sich das als eine Möglichkeit vor, eine soziale Lernkultur in Ihrer Organisation aufzubauen.

3. Personalisierung wird zum Mainstream

Eine Verschiebung der individuellen Bedürfnisse und Ziele der Lernenden steht 2020 im Mittelpunkt der betrieblichen Ausbildung. Während Personalisierung beim Lernen am Arbeitsplatz nicht ganz neu ist, wird 2020 womöglich das Jahr sein, in dem dieses Thema zum Mainstream wird. Lerninitiativen werden mittlerweile in erster Linie von den Bedürfnissen des Einzelnen und nicht mehr nur von den Unternehmen angetrieben.

Dieser Ansatz wirkt nicht nur dem Problem des geringen Engagements der Lernenden entgegen, sondern gewährleistet auch, dass die Lernressourcen arbeitsplatz- und branchenspezifisch sind. Dadurch wird das Lernen relevanter in Bezug auf die Praxiserfahrung der Mitarbeiter. Menschen haben unterschiedliche Lernstile. Die Umsetzung von Personalisierung in der betrieblichen Weiterbildung ist somit ein wichtiger Schritt zur Steigerung der Produktivität am Arbeitsplatz.

Im Jahr 2020 sollen auch Leistung und persönliches Wachstum der Lernenden stärker personalisiert werden. Die Verantwortung für das Training wird nicht nur den Schulungsleitern übertragen, auch die Mitarbeiter erhalten jetzt mehr Kontrolle über ihre eigenen Trainingspfade und Lernwege.

Personalisierte Weiterbildung am Arbeitsplatz

4. Weiterbildung im Arbeitsalltag

“Learning in the flow of work” ist schon seit Längerem ein Schlagwort. Und von Fachleuten in der Weiterbildung wird erwartet, dass sie genau dies für die Belegschaft ihrer Unternehmen anbieten. Doch Firmen befinden sich noch immer in einem Übergangsprozess hin zur Integration des Lernens in den Arbeitsalltag. Deshalb bleibt die Herausforderung weiterhin bestehen.

Um das Lernen im Arbeitsalltag zu ermöglichen, sollte Ihr Schulungsprogramm zugänglich, bedarfsgerecht und sorgfältig kuratiert sein. Das bedeutet, dass die Lernressourcen in genau der Zeit verfügbar sein müssen, in der die Lernenden sie benötigen, und dass diese Ressourcen auch für die jeweiligen Bedürfnisse relevant sind.

Auch im Jahr 2020 werden die Grenzen zwischen Privat- und Berufsleben weiter verschwimmen. Die “Work-Life-Balance”, die einst die Liste der Schlagwörter und Phrasen der Arbeitsplatzkultur dominierte, könnte ihre Popularität verlieren, sobald sie durch “Work-Life-Harmony” ersetzt wird. Es wird davon ausgegangen, dass Menschen das Persönliche in das Berufliche und vice versa vermehrt integrieren.

5. Aufbau einer Lernkultur am Arbeitsplatz

Einer der weltweit wichtigsten Trends in der betrieblichen Weiterbildung im Jahr 2020 ist die Forderung nach einer blühenden Lernkultur. Während das Lernen am Arbeitsplatz nichts Neues ist, ist jetzt die Zeit für Unternehmen gekommen, relevantere Trainingsprogramme zu schaffen und ihre Mitarbeiter zu ermutigen, diese zu optimieren.

Kurz gesagt, “Corporate Training” ist jetzt eine Notwendigkeit. Da im letzten Jahrzehnt das Lernen am Arbeitsplatz lediglich als Wettbewerbsvorteil betrachtet wurde, fordern die Mitarbeiter heute mehr denn je individualisierte Trainingsformen. Davon profitieren nicht nur sie persönlich, sondern auch das Unternehmen als Ganzes.

Deshalb sollten Sie anfangen, das Lernen am Arbeitsplatz zu fördern. Indem Sie den Wert von kontinuierlichem Lernen bereits beim Beginn des Trainings vermitteln, können Sie das Lernen leicht in die Arbeit Ihrer Mitarbeiter integrieren. Und mit der Initiative der Teilnehmer kann somit eine Kultur des sozialen Lernens gedeihen.

Das wird jedoch nicht geschehen, wenn Sie immer noch an den alten Wegen von betrieblicher Weiterbildung festhalten. Eine bloße Partnerschaft mit E-Learning-Anbietern reicht hierbei nicht aus. Arbeiten Sie mit Ihren Lernenden zusammen, um deren Bedürfnisse und Ziele zu ermitteln. Da das Lernen jetzt immer mehr in Eigenregie erfolgt, sollten Sie Ihre Mitarbeiter dazu ermutigen, ihre eigenen Wege einzuschlagen, während Sie deren Fortschritte regelmäßig überprüfen.

Mitarbeiter und soziale Lernkultur am Arbeitsplatz

Fazit

Der Anwendungsbereich im Sektor Learning & Development wird immer umfangreicher. Darum sind Sie wieder einmal gefordert: Überdenken Sie Ihre Strategie und betrachten Sie die Schulungsmaßnahmen Ihres Unternehmens in einem anderen Licht. Versuchen Sie nicht nur, diesen Trends zu folgen, um nicht auf der Strecke zu bleiben. Denken Sie auch an Ihre Stakeholder! Das beste Trainingsprogramm erstellen Sie, wenn Sie lernen, die Anforderungen und Notwendigkeiten der Lernenden zu erkennen und zu erfragen.

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