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Europäische Studie betont die positiven Auswirkungen des Web 2.0 auf die Lehr-/Lernpraxis

Die kürzlich veröffentlichte Studie „Learning 2.0: The Impact of Web 2.0 Innovations on Education and Training in Europe“ des Joint Research Centers (JRC) und des Institute for Prospective Technological Studies (IPTS) untersucht die verschiedenen Auswirkungen einer Integration des Social Computing (Web 2.0) in die schulische Ausbildung. Das sogenannte Social Computing reicht dabei von Social Network Sites (z.B. Facebook, LinkedIn) über Photo Sharing Sites (z.B. Flickr) bis hin zur virtuellen Welt (z.B. Second Life). Der Besuch solcher Seiten ist für viele Menschen der heutigen Zeit bereits täglicher Bestandteil geworden. In den USA besuchen und betreiben rund 30% der Internetbenutzer solche Social Computing Seiten.

Durch die zunehmende Popularität dieser Seiten konnte ebenfalls ein Wandel in den gänigen Lehr- bzw. Lernpraxen beobachtet werden. Forscher konnten auch eine neue Gruppe von Lernenden identifizieren, die sogenannten „New Millennium Learner“. Sie gehören zu der Generation, in der der Umgang und Gebrauch von Computern von Geburt an zum Alltag gehörte. Sie denken vermehrt visuell als abstrakt und bilden sich in der Regel digital weiter. Dadurch fällt es ihnen leichter Informationen aus Bildern als aus Texten zu beziehen. Desweiteren sind sie in der Lage, viele Aufgaben gleichzeitig zu erledigen. Dies ist ihrer Kompetenz in mehreren Technologien zu verdanken. Aus diesem Grund besteht für Schüler oft die Gefahr sich im „normalen“ Unterricht gelangweilt zu fühlen, weshalb sie vermehrt visuelle Reize benötigen. Da heutzutage Informationen jederzeit und sofort abrufbar sind, sind sie es gewohnt unmittelbar ein Feedback zu erhalten, was im normalen Unterricht ebenfalls nicht gewährleistet werden kann.

Die Studie unterstreicht, dass Web 2.0 Programme fantastische Lehrmittel sind. Es ermöglicht Millionen von Benutzern zusammen zu kommen, um so ein riesiges Lern-Netzwerk zu bilden. Dieses Netzwerk trägt dazu bei, ihre pädagogischen Erfahrungen in vielerlei Hinsicht zu verbessern. Erstens bietet es ihnen einen unerschöpflichen Pool an Ressourcen (besonders für Sprachen und Kulturen), der dadurch zu stande kommt, dass sich Menschen aus verschiedenen Ländern und mit unterschiedlichen Hintergründen zusammenfinden. So besteht die Möglichkeit sich Bilder aus aller Welt anzusehen, mit Muttersprachlern aus anderen Nationen zu kommunizieren sowie Informationen zu beliebigen Themen auszutauschen. Zweitens können Lehrer methodischer Hilfsmittel untereinander teilen und so neue Ideen mit in den Unterricht einbringen, an die sie - ohne den Einsatz von Social Computing - vorher nie gedacht hätten. Hinzu kommt weiterhin, dass Lehrer die Aktivitäten ihrer Schüler auch außerhalb des Unterrichts beaufsichtigen und sie somit zu einer größeren Teilnahme ermutigen können.

Dies kann besonders für zurückhaltende Schüler von Vorteil sein, die während des Präsenzunterrichts zu schüchtern sind an Diskussionen teilzunehmen. Schließlich erlaubt es die Nutzung von Web 2.0 Plattformen den Schülern ihren Trainingsplan zu individualisieren. Die Individualisierung äußert sich in einer Entfaltung der Kreativität als auch in der Zunahme des Selbstvertrauen in die eigene Arbeit. Zusammenfassend kann man sagen, dass Web 2.0 Programme einen großen Einfluss auf pädagogische Ausbildung haben können, da sie außerdem dazu beitragen, sich spezifisches Wissen anzueignen und zu vertiefen.

Für professionelle Trainingsmanager kann die Studie aus den oben genannten Gründen von großem Interesse sein, da viele Bewerber zu der Generation der „New Millennium Learner“ gehören. Des weiteren können Web 2.0 Programme bei der Fortbildung von Angestellten helfen. Die zunehmende Individualisierung der Web 2.0 Programme und die zusätzlichen Überwindung von Zeit- und Ortsbarrieren, erlaubt es so den Lernenden ihre berufliche Entwicklung ihrem Lebensstil anpassen. Außerdem können sie verschiedene Hilfsmittel in ihr Training einbauen, die ihnen helfen neues Wissen schnell zu erlernen. Dies können z.B Videos, Chats oder die Anfertigung von Dokumenten sein, die sie später von anderen Web 2.0 Benutzers auswerten lassen können. Eins der größten Gebiete, in denen Web 2.0 basierte Anwendungen bereits zum Einsatz kommen, ist das Englischtraining. Räumen Sie ihren Mitarbeitern die Option ein, ihre Englischkenntnisse mittels Web 2.0 basierten Programmen und Anwendungen zu verbessern, bieten Sie ihnen somit ein viel größeres Spektrum von Lernmöglichkeiten an. Dies fördert nicht zu letzt auch die Kreativität, die Bereitschaft zu lernen und die Kommunikation sowie Zusammenarbeit mit englischen Mitarbeitern auf unterschiedlichen Niveaustufen.


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